Was der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers auf Landesebene vormacht, das findet auch in der Kölner CDU zahlreiche Nachahmer: Da wird geklüngelt und gemauschelt, dass sich manch einer zum Ausmisten dieses Augiasstalles ermuntert fühlt. Sind es für Jürgen Rüttgers vor allem Sponsoren aus der Wirtschaft, die es zu umgarnen gilt, so spielt für die Kölner Unionisten vor allem das Postengeschacher die wichtigste Rolle.
Auf ihrem Parteitag am vergangenen Samstag im Glassaal der Kölner Messe wählten die erschienenen Mitglieder einen neuen Vorstand. Der alte und neue Vorsitzende Jürgen Hollstein hatte dann nach seiner Wiederwahl nichts Besseres zu tun, als seinem Vorgänger und gescheiterten KVB-Technikvorstand Walter Reinarz - den Hauptverantwortlichen des Kölner U-Bahnpfuschs - den Rücken für sein Versagen zu stärken. Herrn Hollsteins Blick auf die Realität dürfte in diesem Fall wie bei seinen Parteifreunden auf Landesebene von sachfremden Erwägungen verstellt sein.
Diese Verhältnisse bezeichnete Alt-OB Fritz Schramma vor einiger Zeit in einem Stern-Interview als „nahe dran am chronischen Saustall.“ Seine Einschätzung hinderte ihn allerdings nicht daran, sich von den Mitgliedern zum neuen Ehrenvorsitzenden dieses "Beinahe-Saustalls", pardon, der Kölner CDU wählen zu lassen. Ob sich Schramma nun an das Ausmisten des Augiasstalles an führender Position begeben möchte?


















